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Historie
Heinrich III.

KAISER HEINRICH III.

Deutscher König aus dem Hause der Salier, geboren am 28. Oktober 1017, + 5. Oktober 1056 in Bodfeld (Harz), begraben in Speyer, Dom (Herz in Goslar, Ulrichskapelle). Eltern: Kaiser Konrad II und Gisela, Tochter Herzog Hermanns II. von Schwaben. Im Februar 1026 designiert, wurde Heinrich Ostern (14. April) 1028 zehnjährig in Aachen zum König gewählt und von Erzbischof Pilgrim von Köln gesalbt und gekrönt. Nachdem ihm zuvor schon die Herzogtümer Bayern und Schwaben verliehen worden waren, empfing er im Herbst 1038 die Königswürde für das seit 1033 mit Deutschland verbundene Königreich

Burgund. Nach dem Tode seines Vaters (4. Juni 1039) übernahm Heinrich die Regierung des Reiches, das unter seiner Herrschaft einen Höhepunkt kaiserlicher Macht erlangte.

Für den jungen, umfassend gebildeten Thronfolger hatte der Hofkaplan Wipo in den “Proverbia” die Maximen einer am Recht orientierten Herrscherethik nach Art eines Fürstenspiegels zusammengestellt. In seiner praktischen Politik ließ er sich von den Idealen des Friedens (pax) und der Gerechtigkeit (iustitia) leiten.

Den von Südfrankreich und Burgund ausgehenden Gedanken des Gottesfriedens aufgreifend, erließ Heinrich 1043 in Konstanz, 1044 nach seinem Ungarnsieg bei Menfö und nach seiner Kaiserkrönung in Rom 1046 königliche Friedensgebote, verbunden mit Indulgenzen für seine Gegner. Unter dem Einfluss seiner der Gründerfamilie des burgundischen Reformzentrums angehörenden (zweiten) Gemahlin Agnes öffnete er sich dem Anliegen der Kirchenreform. Heinrich unterhielt enge Beziehungen zu führenden Vertretern der kirchlichen Reformbewegung wie Petrus Damiani und Hugo von Cluny, welchen er zum Taufpaten für seinen Sohn Heinrich IV. bestimmte. Tatkräftig förderte Heinrich den von seinem Vater begonnenen Dombau zu Speyer als Grablege der Salier und Zentrum des Totengedenkens.

Nach T. Struve in Lexikon des Mittelalters

 

Scriptorium

DAS SKRIPTORIUM DER ABTEI ECHTERNACH

Echternach, die Gründung des Heiligen Willibrord, wurde noch zu dessen Lebzeiten (+739) das wichtigste Zentrum insularer Kultur und anspruchsvoller Buchkunst auf dem Kontinent.

Aus seinem Skriptorium, in dem damals angelsächsische und einheimische Künstler tätig waren, gingen bedeutende Werke der Buchkunst hervor. Sie dokumentieren sowohl die Fortsetzung als auch die fruchtbare Verbindung der verschiedenen Traditionen und Stilrichtungen, die hier aufeinander trafen, während die übrigen deutschen Klöster zu dieser Zeit keine auch nur entfernt vergleichbare Produktion aufweisen. Drei Jahrhunderte später führt der aus Trier kommende Reform-Abt Humbert (1028-1051) Echternach zu neuer Blüte, nicht zuletzt dadurch, dass er Heinrich III. als Förderer und Auftraggeber gewinnt. Erhalten blieben zehn liturgische Bilderhandschriften, die stilistisch, ikonographisch und ornamental engstens zusammengehören.

Drei davon sind direkt für Heinrich III. geschaffen: 1) Das mit 51 Miniaturen ausgestattete Perikopenbuch (Bremen), das Heinrich anlässlich seines und seiner Mutter Besuches der Abtei im Jahre 1039 wohl zusammen mit einer Bittschrift überreicht wurde. Es enthält eine Darstellung des Echternacher Skriptoriums und damit den eindeutigen Herkunftsbeweis der gesamten Handschriftengruppe. 2) Der Codex Aureus von 1045/46 (Escorial), der alles, was in den anderen Werken der Schule geschaffen worden war, zusammenfasst und ins Monumentale steigert. 3) Der Codex Caesareus von 1051(Uppsala), den der Kaiser für seine Lieblingsstiftung Goslar bestellte. - Die Reihe der eigentlichen Prachthandschriften eröffnete um 1030 der Codex Aureus Epternacensis (Nürnberg), der zum Eigengebrauch im Kloster diente und in den goldenen Deckel eingefügt wurde, den einst Theophanu und Otto III. der Abtei geschenkt hatten.

Nach T. Struve in Lexikon des Mittelalters

  

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